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Stadtgeflüster

Müssen Anwohner weiter blechen, wenn ihre Straße saniert wird?

Schlaglochpisten in Castrop-Rauxel

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So sieht die Straße am Habinghorster Markt aus. Foto Redaktion

Es ist ein Thema, das viele Bürger umtreibt: Die Straße, an der sie wohnen, ist kaputt. Werden die Anwohner auch in Zukunft weiter zur Kasse gebeten, wenn die Straße saniert wird?

Schotterpisten gibt es in Castrop-Rauxel bekanntlich viele. Und Dauer-Baustellen, die sich noch im fiktiven therapeutischen Raum befinden, weil längst der Sanierungsbedarf erkannt ist, aber das Geld bei der Kommune oder dem Kreis, weil er der so genannte Baulastträger ist, fehlt, um die kaputten Straßen zu sanieren. Die Victorstraße in Rauxel etwa, über die seit über zehn Jahren von unterschiedlichen Entscheidungsträgern bei den Behörden diskutiert wird. Oder die Oestricher Straße in Dingen. Oder die Gemengelage mit teilsanierten Straßen in Pöppinghausen. Oder wie jetzt aktuell vor dem Horizont der Fertigstellung des Betreuten Wohnens auf dem Habinghorster Marktplatz. Da hat Investor Konstantinos Boulbos mit seiner Geros-Gesellschaft mindestens leichte Schnappatmung, wenn er an die Auskunft aus dem Rathaus denkt, dass die Straße am Habinghorster Markt erst 2024 auf der To-Do-Liste des Stadtbetriebs EUV auftaucht.

Schlichtweg unverantwortlich

„Ich hatte darauf gesetzt, und ich habe Zusagen dafür, dass sich die Stadt eher kümmert“, sagt Boulbos im Gepräch mit unserer Redaktion. Es sei schlichtweg unverantwortlich, wenn sich Senioren im Bereich des Betreuten Wohnens nicht ohne Angst vor Unfällen bewegen könnten. „Bei unserem Baustart ist es auch von der Verwaltung zugesagt worden, dass die Umgehung saniert wird“, sagt Boulbos. Sabine Latterner vom Stadtbetrieb EUV hat auf Anfrage unserer Redaktion vor einigen Tagen erklärt, die Sanierung der Umgehung oder Umfahrung des Habinghorster Marktplatzes stehe mit einem Kostenvolumen von 300.000 Euro erst für 2024 auf der Liste der Baumaßnahmen. Bürgermeister Rajko Kravanja sagt dazu im Gespräch mit unserer Redaktion: „Wir arbeiten ja nicht auf Zuruf; wir müssen schauen, wie die Sanierung ins Gesamtprogramm passt. Wir haben den Habinghorster Markt aber weit oben auf der Liste.“

Pro Jahr eine halbe Million Euro für Straßensanierung​

Dazu muss man wissen, dass im Etat für die Straßensanierung jährlich beim EUV immer so plusminus eine halbe Million Euro zur Verfügung steht. Das hat EUV-Chef Michael Werner im Gespräch mit unserer Redaktion noch mal bestätigt. Und wie geht’s jetzt weiter? Ist ja nicht gerade prickelnd, wenn Menschen ab Dezember dieses Jahres ins Betreute Wohnen am Habinghorster Markt einziehen und sie Gefahr laufen, mit dem Rollator womöglich zu stürzen, weil die Straße so kaputt ist. Antwort darauf geben kann einmal mehr nur die Politik. Im Bauausschuss im November soll das Thema sein. 

Dann will die Stadtverwaltung, respektive der EUV, erklären, was im nächsten Jahr an Straßensanierungen in Castrop-Rauxel geplant ist. Und auch da wird ein Schlüsselwort wieder lauten: KAG. Das Kommunale Abgabengesetz. Dabei werden die Anlieger zur Kasse gebeten – und zum Teil bekanntlich happig, mit fünfstelligen Beträgen. Zwar gibt es da auch noch viele Grauzonen. Und längst ist sich die Politik nicht einig. Anlieger werden bekanntlich zur Kasse gebeten, wenn es um Straßensanierung geht. Im Düsseldorfer Landtag ist noch keine Entscheidung gefallen. 


Landtag berät Entwurf in der kommenden Woche​

Lisa Kapteinat, SPD (MdL), Vorsitzende des SPD-Stadtverbands Castrop-Rauxel, sagte auf Anfrage unserer Redaktion: „In der zweiten Oktoberwoche beschäftigt sich das Plenum im Landtag damit.“ Stand jetzt gebe einen Referenten-Entwurf, nachdem es den Städten freigestellt sei, wie sie in dieser Causa entschieden. Castrop-Rauxel als Nothaushaltskommune habe wenig Entscheidungsspielraum. Vor Ort gibt es einen breiten Konsens in der Politik, dass alles dran gesetzt werden soll, die Bürger von den KAG-Beiträgen zu entlasten. Sowohl SPD und CDU wie auch die FWI haben mehrfach erklärt, das Ende der Fahnenstange bei der Belastung der Bürger sei erreicht. Die FWI hatte zur Unterstützung des Vorstoßes auf Gesetzesänderung im Landtag, das neben anderen der Bund der Steuerzahler und Siedlerverbände auf den Weg gebracht haben, jede Menge Unterschriften gesammelt und weitergeleitet. 

Es soll ein Recht auf Ratenzahlung geben​

Festgeschrieben in der Gesetzesnovelle etwa solle, sagt Kapteinat, dass Bürgern das Recht auf Ratenzahlung eingeräumt werden soll. Das gibt es freilich in Castrop-Rauxel schon seit dem Beispiel Vinckestraße in Ickern, als die Anwohner vor einigen Jahren finanziell erheblich bluten mussten. Die Gemengelage bleibt also noch offen. Unter dem Strich steht einmal mehr: Im Zweifelsfall zahlen die Bürger immer noch die Zeche. Auch wenn der Landtag tatsächlich beschließen sollte, dass die finanzielle Belastung prinzipiell niedriger ausfallen sollte. Für die Vinckestraße, die auf einer Länge von einem Kilometer saniert worden ist, hatten die Anwohner teilweise fünfstellige Beträge abführen müssen. Ein Musterprozess dagegen war vor Gericht gescheitert.

Ich kenne mich aus - ich bin weg von hier.

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Stadtgeflüster

Hausordnung: Wer ins Rathaus geht, darf keine Waffe tragen

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Wer hätte das gedacht: Es ist verboten, Waffen oder andere Gegenstände, die zur Verletzung von Menschen oder zur Beschädigung von Sachen führen können, bei einem Besuch im Rathaus mitzubringen.
Es geht hier nicht um die Beantwortung simpler Quizfragen, sondern um die neue Hausordnung für das Rathaus. Eine „richtige“ alte habe es nicht gegeben, sagt Stadtsprecherin Nicole Fulgenzi auf Anfrage unserer Redaktion. Einen direkten Auslöser für das Regelwerk habe es auch nicht gegeben, fügt sie hinzu. Aber es gibt jetzt eben eins. Und was steht drin?
„Zuweilen kam es zu störendem Gebrauch von Smartphones, Mitführen von Tieren und Fahrräder, die in den Fluren abgestellt wurden“, schildert Fulgenzi. Mit der Hausordnung werde eine Lücke für die Verhaltensregeln im Rathaus geschlossen.

Für alle verträglich

Weil dort viele Nutzerinnen und Nutzer aufeinander träfen, würden diese Regeln helfen, den Aufenthalt für alle verträglich zu gestalten. Der Bereich Informationstechnik und Zentrale Dienste hat diese allgemeine Hausordnung aufgestellt, die es auch den Hausmeistern einfacher mache, mit Verweis auf diese Regeln zu handeln.
Für Fahrräder gibt es neben den Ständern vor den Eingängen an der Forumsplatzseite nun auch Ständer an der Straßenseite.
Hier werde gerade getestet, wie sie angenommen werden. Auch die Abstellmöglichkeiten von Rädern für Mitarbeiter seien ausgeweitet worden. Getreu der Devise, im Zuge der Klimadiskussion viel mehr für Radfahrerinnen und Radfahrer tun zu wollen.

Ein kleiner Auszug

Gäste haben sich so zu verhalten, dass niemand belästigt, geschädigt oder gefährdet wird. Insbesondere dürfen die Funktionsfähigkeit des Rates und seiner Gremien, sonstige stattfindende Veranstaltungen sowie die Tätigkeit der Verwaltung nicht gestört oder gefährdet werden.

Megafone und Sprühdosen, Fackeln, Pyrotechnik und Fahnen, Stangen oder Stöcke sind im Rathaus tabu – mit Ausnahme von Gehhilfen.

Drogen und Alkohol am Stadtmittelpunkt sind untersagt.

Außerdem dürfen rassistisches, fremdenfeindliches oder diskriminierendes Propagandamaterial und entsprechende Kleidung nicht mitgeführt oder getragen werden.

Im gesamten Gebäude gilt absolutes Raucherverbot, das gilt auch für E-Zigaretten und Verdampfer.

Anbieten und Verkaufen von Waren jeder Art und das Auslegen von Flyern oder Bestelllisten sind ebenfalls nicht gestattet.

Das Mitführen von Tieren ist grundsätzlich verboten, es sei denn es handelt sich um Diensthunde der Polizei und Assistenzhunde.

Das Betreten des Rathauses erfolgt auf eigene Gefahr. Die Stadt haftet nur für Sachschäden, die durch vorsätzliche oder grob fahrlässiges Verhalten ihrer Mitarbeiter verursacht werden.

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Ickern

Vorbereitung des Ickerner Weihnachtsmarkts läuft auf Hochtouren

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Die Adventszeit rückt näher und damit laufen die Vorbereitungen auf die Ickerner Weihnacht des Stadtteilvereins MeinIckern auf Hochtouren. Hier gibt es einen großen Überblick über das, was die Gäste ab Freitag, 29. November, erwartet.

 

Viele fleißige Helfer


Viele fleißige Helfer legen Hand an, um in den nächsten Wochen Weihnachtsstimmung in Ickern zu ermöglichen. Das ehrenamtliche Team des Stadtteilvereins Mein Ickern plant seit dem Sommer mit den Bürgerinnen und Bürgern, wie die Ickerner Weihnacht aussehen soll. Auf den letzten Metern packen nun alle mit an, um den Stadtteilverein tatkräftig bei der Umsetzung zu unterstützen.
Und Dank vieler Spenden und eines Heimatschecks des Landes NRW, wird die Ickerner Weihnacht 2019 wieder etwas festlicher.

Die Übersicht über das Angebot des Mein Ickern – Weihnachtsdorfes auf dem Ickerner Marktplatz:

Quelle: MeinIckern

 

Weihnachtsdorf steht bis zum 7. Dezember

Bereits in den letzten Jahren stand auf dem Ickerner Marktplatz ein kleines Weihnachtsdorf. In diesen Hütten präsentieren sich vom 29.11.2019 bis zum 07.12.2019 Vereine, Initiativen und andere Gruppen und bieten dort kleine und große Leckereien, Selbstgemachtes und eine ordentliche Portion Vorfreude auf die Weihnachtszeit an.

Mein Ickern e.V. ist ein vom Finanzamt Recklinghausen gemeinnützig anerkannter Verein, der sich für das Leben und Erleben vor Ort einsetzt. Er wurde am 20. Oktober 2014 gegründet und wird derzeit durch 190 Mitglieder unterstützt (Stand Januar 2018).

Er finanziert sich ausschließlich über Spenden und Mitgliedsbeiträge. Der Verein organisiert alle Aktivitäten ehrenamtlich. Neben dem regelmäßigen Austausch im Ortsteil organisiert er auch 2-3 Veranstaltungen pro Jahr. Hierzu zählen unter anderem der Ickerner Frühlingsmarkt, das große Familienfest entlang der Ickerner Straße und die Weihnachtsaktion.

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Schwerin

Neue Elternhaltestelle an der Cottenburgschule

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Quelle: Stadt Castrop-Rauxel

Die neue Elternhaltestelle an der Cottenburgschule auf Schwerin

An der Westhofenstraße auf Schwerin wurde gestern (15. November) die sechste Elternhaltestelle an einer Castrop-Rauxeler Grundschule eingerichtet. Mit dabei waren mit Kindern der  vierten Klassen, Lehrern, Vertretern der Elternpflegschaft, Anwohnern, der Polizei, dem EUV Stadtbetrieb, den Verkehrsplanern der Stadt und dem Bereich Ordnung und Bürgerservice.

Verkehrsverträgliches Aussteigen

 Auch die Grundschulen Alter Garten, Am Hügel, Wilhelmschule, Waldschule und die Marktschule verfügen über die Möglichkeit für Eltern, die Kinder in kurzer Entfernung zur Schule verkehrsverträglich aussteigen zu lassen.  Die Kinder können dann die letzten Meter allein zu Fuß bewältigen, tanken frische Luft vor der Schule und können sich vor dem Schulbeginn mit Freunden austauschen.

Gefahren werden gemindert

Wie selbstverständlich lernen die jungen Verkehrsteilnehmer dabei ihre Rolle im Straßenverkehr und die unübersichtliche und gefährdende Situation durch wild parkende Verkehrsteilnehmer in unmittelbarer Schulnähe wird gemindert.  Neben der Elternhaltestelle, die mit einem Schild und blau markierten Bordsteinkanten kenntlich gemacht wurde, sind Piktogramme auf die Straße aufgebracht worden, die auf Kinder als Verkehrsteilnehmer hinweisen.

 

Parkverbot ist ausgeweitet

Das Parkverbot vor der Schule wurde ausgeweitet bzw. wird an einer Zuwegung noch ausgedehnt und ein neues Hinweisschild für die Schule angebracht. Auch an den Querungshilfen wird noch gearbeitet.  

Die Kinder der vierten Klasse der Cottenburgschule konnten beim Termin zur Einweihung der Elternhaltestellen die Fußabdrücke, die ebenfalls die Haltestelle auf dem Bürgersteig kenntlich machen, nur provisorisch auftragen, da es am Morgen noch zu kalt für die Farbe war. Im Frühjahr wollen sich die Kinder aber wieder mit der Verkehrsabteilung der Stadt und dem EUV treffen, um sich über ihre Erfahrungen auszutauschen und die endgültigen „gelben Füßchen“ Richtung Schule zu malen.  

 

Fragebogen werden verteilt

Die Stadtverwaltung bringt derzeit einen Fragebogen zur Evaluierung der Nutzung der Elternhaltestellen auf den Weg und bittet alle Eltern an den Schulen, um Beteiligung an der Umfrage für mehr Verkehrssicherheit der Kinder.

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Ickern

Michael Chasanis ist nach Ickern „gekommen, um zu bleiben“

Ende der 1950er-Jahre führte der Arbeitskräftemangel im Bergbau zur Anwerbung ausländischer Arbeitnehmer. Einer von ihnen war der Vater von Michael Chasanis aus Griechenland.

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Die Gastarbeiter-Story / Abschied vom Bergbau

Ende der 1950er-Jahre führte der Arbeitskräftemangel im Bergbau zur Anwerbung ausländischer Arbeitnehmer. Einer von ihnen war der Vater von Michael Chasanis aus Griechenland.

Die Geschichte der Gastarbeiter in der Bundesrepublik Deutschland ist fast so alt wie der Staat selbst. Im Castrop-Rauxeler Bergbau wurden erst Ende der 1950er-Jahre die Arbeitskräfte knapp. Die ersten 50 ausländischen Arbeitskräfte für die Schachtanlage Victor-Ickern kamen am 27. Februar 1958 aus Japan. Es folgten Griechen, Südkoreaner, Marokkaner und Jugoslawen.
Ende November 1960 kamen die ersten Griechen nach Castrop-Rauxel und wurden im Vinckehof untergebracht. Ende 1962 arbeiteten bereits 327 von ihnen auf der Zeche Victor Ickern. Unter ihnen war auch der Vater des Ickerners Michael Chasanis: Konstantinos Chasanis.


Anwerbung mit Lautsprechern

Dieser war Bauer in einem Dorf bei Ioannina (Region Epirus) im Nordwesten Griechenlands. Der heute 59-jährige Michael Chasanis erinnert sich an seine Kindheit. Er berichtet: „Mit Lautsprecherdurchsagen und Handzetteln wurde im Dorf für die Arbeit in der Stahlindustrie und im Bergbau angeworben. Das Versprechen war, dass gutes Geld zu verdienen sei.“ Und eben dieses sei nach dem Ende des Bürgerkrieges zum Überleben wichtig gewesen, weil das Land zerstört war, so Chasanis.
Als 4-Jähriger hatte er mitbekommen, dass zunächst sein Vater ausgewandert war und einen befristeten Arbeitsvertrag auf der Ickerner Zeche Victor III/IV bekam. Zwei Jahre später reiste auch seine Mutter Evgenia aus und fand Arbeit in einer Fabrik für Nylonstrümpfe in Herne. Mit dem Zug waren seine Eltern von Thessaloniki nach Dortmund gefahren. Michael Chasanis erklärt: „Man nannte diesen Zug den Hellas-Express, der immer brechend voll war.“
Im Jahr 1971 – als 12-Jähriger – stieg Michael Chasanis selbst in den Hellas-Express. „Ich habe einen Kulturschock erlitten, als ich in Castrop-Rauxel ankam“, sagt er, „bei den Stickstoff-Werken war die Gasflamme meilenweit zu sehen und die Kokereien stießen schwarze Wolken aus. Das war für mich als Junge vom Land erschreckend.“
In den Jahren danach habe er sich aber an alles gewöhnt. Dass der Schnee im Winter durchaus auch einmal schwarz zu Boden fiel, zum Beispiel – und an den Gestank der Emscher. Nur wenn Bekannte aus Griechenland ihn besuchten, wurde es ihm wieder bewusst. Michael Chasanis: „Sie haben mich gefragt, ob unser Haus in Brand geraten sei – weil es so schwarz ist.“


Steiniger Weg in der Schule und Ausbildung

​In Griechenland hatte Michael Chasanis das Gymnasium besucht. In Castrop-Rauxel wurde er zunächst zur Hauptschule an der Waldenburger Straße und später zu jener an der Uferstraße geschickt. Rückblickend sagt er dazu: „Wegen meiner fehlenden Deutschkenntnisse wurde ich so eingestuft. Für meinen Plan, studieren gegen zu wollen, war das natürlich ein herber Rückschlag.“ Denn beim Abschied habe ihm sein Großvater in Griechenland ein Versprechen abgerungen. „Ich solle nicht als Arbeiter durch das Leben gehen, sondern auf jeden Fall in einem gehobenen Beruf.“
Es folgte ein steiniger Weg. Michael Chasanis begann zunächst eine Ausbildung im Bergbau als Betriebsschlosser – und war dabei auf Zechen in Dortmund und Lünen auch unter Tage. Dabei habe es ihm nichts ausgemacht, 800 oder 1000 Meter unter der Erde zu sein. Hart sei die Arbeit allerdings gewesen.

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Rückkehr für den Wehrdienst

Zwischenzeitlich hatte der Ickerner dennoch den Entschluss gefasst: „Ich bin hierher gekommen, um zu bleiben.“ Weshalb er nach seiner Wehrpflicht in Griechenland auch nach Castrop-Rauxel zurückkehrte. Dazu musste er sich eine Bescheinigung von der deutschen Botschaft in Athen holen. Chasanis berichtet: „Nach einigem Hin und Her hat das funktioniert. Wichtig war, dass mein Arbeitgeber mir ein Dokument über eine Weiterbeschäftigung ausgestellt hatte.“ Später ließ er sich zum CNC-Zerspanungsmechaniker ausbilden und arbeitete beim Kettenwerk Becker-Prünte in Datteln. Anschließend war Michael Chasanis bis 2014 bei Opel angestellt.
Bereits seit 30 Jahren ist der Ickerner, der in der Straße „Im Gründchen“ nahe der Emscher wohnt, ehrenamtlicher Geschäftsführer des Agora-Kulturzentrums, das auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Ickern I/II (Zechenstraße) beheimatet ist. Auch sportlich war er stets aktiv: im Taekwondo in der Sportschule Joshi sowie später in Dortmund-Marten.

Bevor und nachdem die ersten Griechen nach Castrop-Rauxel kamen, hielten Gastarbeiter aus anderen Ländern in Ickern Einzug. Die ersten 50 japanischen Gastarbeiter absolvierten eine 3-jährige Ausbildung in Deutschland, wohnten im Vinckehof und flogen 1961 zurück in die Heimat. Danach arbeitete eine zweite Gruppe von 18 Japanern auf Victor Ickern. Sie wurden im Meisenhof untergebracht. Das berichtet Hobby-Zechenhistoriker Wolfgang Jerchel aus Ickern. Einige der Japaner blieben durch Heirat in Castrop-Rauxel. Wie etwa Shinichi Inoue (starb 2016) und Misao Doi.
Familie Inoue ging nicht nach Japan

Thomas Inoue (l) spielte viele Jahre Squash beim 1. CSC Forum.

​Die Familie Inoue ist noch heute in Castrop-Rauxel ein Begriff. Thomas Inoue (heute 52 Jahre alt) war viele Jahre Zweitliga-Squashspieler und Sportwart beim 1. CSC Forum an der Bahnhofstraße. Im Gegensatz zu seinem jüngeren Bruder Stefan (48) schlug er keine Bergbau-Laufbahn ein, sondern machte eine Ausbildung zum Fernmeldetechniker – und betont: „Mein Vater und mein Bruder haben im Bergbau gearbeitet. Für mich war das nichts.“ Stefan Inoue ist seit der Schließung der letzten Castrop-Rauxeler Zeche bei der Deutschen Bahn angestellt.

Im Mai 1964 wurden 62 Bergleute aus Südkorea zur 3-jährigen Ausbildung auf Victor Ickern empfangen und im Vinckehof untergebracht. Die letzten der am Ende insgesamt 347 Koreaner trafen am 27. September 1971 ein. Im November 1968 kamen einige Marokkaner. Im Jahr 1970 wurden 180 Jugoslawen für die Arbeit im heimischen Bergbau registriert. 1970 sprach die Ruhrkohle AG einen Anwerbestopp für Ausländer aus.

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Castrop

Hallenbad wegen Vereinsmeisterschaften geschlossen

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Quelle: CasKenner

Das Hallenbad an der Bahnhofstraße

Derzeit halten die Vereine ihre Schwimmmeisterschaft ab.

Am kommenden Samstag, 16. November, richtet der SV Poseidon seine Vereinsmeisterschaft aus. Deshalb ist das Hallenbad an der Bahnhofstraße an diesem Tag ganztägig für den Publikumsverkehr geschlossen.

Ab Sonntagmorgen wieder geöffnet

Am Sonntag hat das Bad dann wieder für alle von 8.00 bis 15.00 Uhr geöffnet.

Quelle: Pressedienst der Stadt Castrop-Rauxel

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